Vergleichsleitfaden für FiberFox Mini 5C+ Premium und FiberFox Mini 4S+ Fusionsspleißgeräte

1. Introduction

Wer sich mit Fusionsspleißgeräten auskennt, weiß, dass es zwei grundlegende Technologien gibt. Da sind zum einen die Kernausrichtungsmaschinen, die für optische Genauigkeit entwickelt wurden und den aktiven Kern mithilfe von Beleuchtung und Kameras ausrichten. Zum anderen gibt es die Mantelausrichtungsmaschinen, die kostengünstiger sind und häufig für weniger kritische Verbindungen wie Glasfaseranschlüsse bis zum Haus verwendet werden.

Der FiberFox Mini 5C+ Premium und die FiberFox Mini 4S+ Sie lassen sich genau in diese beiden Kategorien einordnen. Auf dem Prüfstand ähneln sie sich: gleiche Abmessungen, gleicher 4,3-Zoll-Touchscreen, gleiche Akkukapazität und gleiche Haptik. Im praktischen Einsatz verhalten sie sich jedoch sehr unterschiedlich, da FiberFox 5C+ Premium und FiberFox 4S+ auf zwei verschiedenen Technologien zur Glasfasererkennung basieren.

Der FiberFox 5C+ Premium ist ein echtes Kernausrichtungs-Fusionsspleißgerät. Er nutzt das AOCAT-System von FiberFox, um den optischen Kern auszulesen und die Spleißverbindung präzise auszurichten. Dadurch erzielt er selbst bei nicht optimaler Faserqualität oder Faserhygiene sehr geringe Verluste. Der FiberFox 4S+ ist ein aktives Ausrichtungs-Fusionsspleißgerät, das die Spleißverbindung jedoch am Mantel ausrichtet. Auch er verwendet die beiden Kameras und analysiert die Faser, bezieht seinen Bezugspunkt aber auf das äußere Glas, nicht auf den optischen Kern. Bei gleichbleibend hoher Faserqualität und optimaler Faser- und Spleißgerätehygiene arbeitet der FiberFox Mini 4S+ sauber und schnell. Bei uneinheitlichen oder Spezialfasern ist der FiberFox Mini 5C+ Premium jedoch deutlich überlegen.

Einige Faktoren beeinflussen die Leistungsfähigkeit der Spleißgeräte: Faserqualität, Spaltung, Sauberkeit, Ausrichtung, Lichtbogenverhalten und Erwärmung der Spleißhülse. Jeder dieser Faktoren wirkt sich auf die Spleißdämpfung aus, die sich letztendlich in Ihrer OTDR-Kurve niederschlägt. Dieser Leitfaden erklärt die Zusammenhänge verständlich, damit Sie entscheiden können, welches FiberFox-Fusionsspleißgerät für Sie am besten geeignet ist.

2. Der FiberFox Mini 5C+ Premium

FiberFox 5C+ Premium Fusionsspleißgerät – offene Ansicht Der FiberFox Mini 5C+ Premium Der FiberFox Mini 5C+ Premium ist das Fusionsspleißgerät Ihrer Wahl, wenn es auf höchste optische Leistung ankommt. Nicht im Marketing-Sinne, sondern ganz konkret: Hier sind minimale und gleichbleibende Spleißverluste unerlässlich. Durch die Abbildung des Faserkerns richtet der FiberFox Mini 5C+ Premium die Fasern um das optische Zentrum aus und eliminiert so die größte Fehlerquelle: die Geometrie.

Kernexzentrizität, leichte Mantelverzerrungen, Chargenschwankungen und Mischfasern verschiedener Hersteller sind allesamt Kleinigkeiten, die den Kern um ein bis zwei Mikrometer verschieben können. FiberFox 5C+ Premium gleicht diese Merkmale am besten aus, da die Ausrichtung vom Kern und nicht vom Mantel bestimmt wird.

Deshalb liegt der typische Rückflussdämpfungswert des FiberFox Mini 5C+ Premium bei Singlemode-Fasern bei etwa 0,01 dB und weist niedrige Werte auf. Die Spleißstelle sieht im Spektiv unauffällig aus – genau das, was man von einem Spleißgerät mit Kernausrichtung erwartet.

Die FiberFox 5C+ Premium wiegt inklusive Akku ca. 1,9 kg und ist robust gebaut – sie ist wasserdicht, staubdicht und stoßfest. Die Dual-CCD-Kamera liefert eine klare Kernansicht. Die Motoren der 5C+ Premium bewegen sich in mehr Dimensionen als die der 4S+, was sich im Ausrichtungsverhalten während des Lichtbogenzyklus bemerkbar macht.

Egal ob Ihre Fasermischung G.652, G.657, G.651, G.653, NZDS oder sogar G.654 umfasst – der FiberFox 5C+ Premium bewältigt sie problemlos. Er optimiert den optischen Pfad und sorgt so für vorhersehbare Dämpfung.

3. Der FiberFox Mini 4S+

FiberFox 4S+ active alignment fusion splicer

Der FiberFox Mini 4S+ Die Position des Geräts ist anders. Es verwendet weiterhin Kameras zur Faserauswertung und führt eine aktivere Ausrichtung durch als das einfache Eindrücken der V-Nuten. Der Ankerpunkt ist jedoch der Mantel. FiberFox 4S+ fixiert die Faser in den V-Nuten und richtet das äußere Glas aus.

Bei einheitlichen Bedingungen mit hochwertigem Glas und konsistenten Fasertypen sowie in Umgebungen, in denen die Auswirkungen einer etwas verlustbehafteteren Spleißverbindung nicht katastrophal sind – wie beispielsweise bei Verbindungsabbrüchen in FTTH-Netzen – liefert der FiberFox 4S+ absolut zufriedenstellende Spleißwerte. Typischerweise liegen diese bei etwa 0,02 dB bei Singlemode-Fasern, sind aber abhängig von Faserqualität, Sauberkeit und dem Geschick des Anwenders. Spleißzeiten von sechs Sekunden und Hülsenzyklen von zehn Sekunden liegen nahe am Wert des 5C+ Premium. Die Akkulaufzeit beträgt ebenfalls 350 Zyklen. Das Gerät arbeitet schnell, zuverlässig und einfach.

Der Unterschied liegt in der Ausrichtung. Der FiberFox Mini 4S+ setzt eine gute Kern-Mantel-Konzentrizität voraus. Ist diese gegeben, arbeitet das Spleißgerät wie gewünscht. Bei Abweichungen – beispielsweise durch unterschiedliche Fasertypen, gealterte Fasern oder mangelhafte Konzentrizität – kann der FiberFox 4S+ dies nicht kompensieren, da er den Kern nicht erfasst hat. Der Kern driftet leicht, wodurch die Spleißdämpfung steigt.

4. How Each FiberFox Splicer Aligns Fibre

Wenn man zwei Fasern in ein Fusionsspleißgerät einlegt, werden diese bei einem guten Gerät nicht einfach nur zusammengeschoben. Es analysiert sie, passt sein Spleißprogramm an und erstellt ein eigenes Modell, wie die Spleißverbindung aussehen soll.

Sowohl die Mini 5C+ Premium als auch die Mini 4S+ verfügen über zwei CCD-Kameras (die 5C+ bietet zusätzlich einen Zoom). Sie verwenden jedoch unterschiedliche Ausrichtungstechnologien. Die 5C+ nutzt Beleuchtung, um „durch“ die Faser zu blicken und den Faserkern zu identifizieren. Die AOCAT-Technologie (Automatic Optical Core Analysis & Tracking) analysiert Fasertyp und -geometrie, um die Spleißverluste zu minimieren. Die 4S+ hingegen beurteilt lediglich die äußere Schicht des Fasermantels, ohne den Kern zu berücksichtigen.

Der FiberFox Mini 5C+ Premium verfügt über sechs Motoren, die eine präzise Steuerung der Faserausrichtung ermöglichen. Der FiberFox Mini 4S+ hingegen verwendet nur vier Motoren, was die Bewegung während der Ausrichtungsphase einschränkt.

Die Reinigungsmethoden werden den Unterschied zwischen den beiden Technologien deutlich machen. Der FiberFox Mini 5C+ Premium bietet einen gewissen Spielraum für Fehler; selbst kleinste Staubpartikel oder Verunreinigungen können dank der AOCAT-Kernausrichtungstechnologie ausgeglichen werden. Der FiberFox Mini 4S+ hingegen bietet diesen Spielraum nicht, und Verunreinigungen beeinträchtigen die Spleißverbindung deutlich stärker.

Ähnlich verhält es sich mit der Kern-Mantel-Konzentrizität der Faser, die sich auf unterschiedliche Weise auf die Spleißdämpfung auswirkt. Hochwertige Fasern weisen eine gute Konzentrizität auf, während bei minderwertigen Fasern der Kern nicht konzentrisch zum Mantel ausgerichtet sein kann. Der FiberFox Mini 5C+ Premium kann diese Unterschiede ausgleichen, der FiberFox Mini 4S+ hingegen nicht. Wenn Sie eine möglichst geringe Spleißdämpfung anstreben, ist der FiberFox Mini 5C+ die beste Wahl. Sollten Sie hingegen höhere Spleißdämpfungen in Kauf nehmen, ist der FiberFox Mini 4S+ dennoch ein sehr leistungsfähiges Gerät.

5. Was dies für Spleißverluste bedeutet

Der FiberFox Mini 5C+ Premium wurde für geringe Spleißverluste bei großen Variationen entwickelt.
Der FiberFox Mini 4S+ wurde für geringe Spleißdämpfung unter kontrollierten Schwankungen entwickelt.

Der FiberFox Mini 5C+ Premium erreicht bei Singlemode-Fasern typischerweise 0,01 dB, da er den optischen Kern ausrichtet. Ob Sie G.652- und G.657-Fasern spleißen oder ob Ihre Fasern von verschiedenen Herstellern stammen – solange die Verbindung einwandfrei ist, erzielen Sie die bestmögliche Spleißleistung.

Der FiberFox Mini 4S+ liegt bei gleichmäßiger Fasercharakteristik im Singlemode-Betrieb üblicherweise bei etwa 0,02 dB. Das ist für viele Installationen völlig ausreichend.

Unvollkommene Fasergeometrie oder Verunreinigungen sind die Punkte, an denen die beiden Geräte unterschiedliche Ergebnisse liefern. Wie bereits erwähnt, tragen verschiedene Faktoren dazu bei, dass das FiberFox Mini 5C+ Premium in der Praxis besser abschneidet. Dennoch liefert das FiberFox Mini 4S+ ebenfalls sehr gute Spleißergebnisse – allerdings ist die Streuung größer, insbesondere unter realen Bedingungen.

Wenn Sie direkt an Steckverbinder anschließen, passen beide Geräte gut zu den SpleißverbinderleitungFiberFox 5C+ Premium weist jedoch geringere Verluste auf, wenn die Qualität der konfektionierten Faser zwischen verschiedenen Chargen variiert.

6. Where Each FiberFox Splicer Belongs

Für Backbone-Netzwerke, lange Singlemode-Verbindungen und kritische Rechenzentrumsverbindungen ist der FiberFox Mini 5C+ Premium bestens geeignet. In solchen Umgebungen spielt ein Kernausrichtungs-Fusionsspleißgerät seine Stärken voll aus.

Für weniger kritische Umgebungen, wie z. B. FTTH-Netze auf der letzten Meile und strukturierte Verkabelung, eignet sich der FiberFox Mini 4S+. Bei hohem Volumen und weniger strengen Anforderungen ist der kostengünstigere FiberFox Mini 4S+ eine gute Wahl.

Falls Sie jemals mit Bändern arbeiten sollten, ist keines dieser Werkzeuge geeignet; schauen Sie sich stattdessen Folgendes an: FiberFox 12R+ Band-MassenfusionsspleißgerätDie

Es geht eigentlich nicht darum, welches FiberFox-Fusionsspleißgerät „besser“ ist, sondern darum, welches am besten für Ihren Anwendungsfall geeignet ist.

7. Choosing Between Them

Sobald Sie die Ausrichtungsmethode verstanden haben, ist die Wahl einfach. Der FiberFox Mini 5C+ Premium ist das Spleißgerät, das die optische Reserve optimal nutzt. Er gewährleistet geringe Dämpfung, selbst bei ungleichmäßiger Faserbeschaffenheit, suboptimalen Umgebungsbedingungen oder nicht ganz perfekter Geometrie. Jede Anwendung, die auf vorhersagbares optisches Verhalten und geringe Dämpfung angewiesen ist, fällt genau in sein Anwendungsgebiet.

Der FiberFox Mini 4S+ ist das Produktivitätswerkzeug für Arbeiten mit hohem Volumen und weniger kritischen Anforderungen. Bei gleichmäßiger Faserbeschaffenheit und sich wiederholenden Arbeitsabläufen ermöglicht er schnelle und stabile Spleiße ohne die Kosten und den Aufwand einer Kernausrichtung. Teams, die große Mengen an Kundenanschlüssen oder strukturierten Verkabelungen installieren, profitieren mehr von den geringeren Anschaffungskosten als von der zusätzlichen Präzision, die sie ohnehin nie benötigen.

Das ist der entscheidende Punkt: optischer Verlust versus Anschaffungskosten. Wählt man die Variante, die den Anforderungen des jeweiligen Auftrags besser entspricht, funktionieren beide Maschinen genau wie vorgesehen.

8. Final Thoughts

Die FiberFox Mini 5C+ Premium und die FiberFox Mini 4S+ bieten zwei unterschiedliche Lösungen für dasselbe Problem. Netzwerke stellen unterschiedliche Leistungsanforderungen dar, und kein Netzwerk gleicht dem anderen. Anstatt ein einzelnes Spleißgerät für beide Anforderungen einzusetzen, bietet SF zwei FiberFox-Geräte an, die jeweils auf unterschiedliche Prioritäten ausgerichtet sind.

Um mit ScaleFibre über FiberFox-Fusionsspleißung oder andere Glasfaseranforderungen zu sprechen, kontaktieren Sie uns bitte unter sales@scalefibre.com

Daniel Rose
Daniel Rose
Chief Executive Officer, ScaleFibre

Daniel Rose ist Gründer und CEO von ScaleFibre und arbeitet daran, die globalen Produkte für optische Konnektivität zu verbessern. Mit umfassender Erfahrung in der Glasfasertechnologie bringt Daniel unermüdliche Energie in den Aufbau intelligenter, skalierbarer und zukunftsorientierter Infrastruktur ein.

Mehr von Daniel Rose